Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt…

Ich liebe es Pläne zu machen. Dann male ich mir alles in bunten Farben aus und verfolge die Pläne oft zu rigide. Aber in diesem Jahr habe ich zwei Dinge gelernt. 1. Das Leben ist zu kurz. 2. Das Leben kann man nicht planen.

Das sind keine überraschenden Erkenntnisse, aber sie wurden mir in diesem Jahr so deutlich vor Augen geführt, dass ich mein Leben grundlegend änderte und diese Pilgerreise antrat. Der Beginn der Wanderung wurde durch verschiedene Umstände immer wiede verzögert und nun pilgere ich in einer Zeit, wo sich die Coronalage täglich verschlechtert. Es wird also wieder Zeit für eine Planänderung. Ich werde nicht nach Spanien wandern. Bereits jetzt wird von offiziellen Stellen vom Pilgern abgeraten und viele Herbergen sind zu. Ich muss leider davon ausgehen, dass die Lage nicht besser wird. Ich war zunächst enttäuscht, weil ich spüre, dass ich ein Ziel erreichen möchte. Also einfach nur auf dem deutschen Jakobsweg hin und herwandern bis Weihnachten befriedigt mich irgendwie nicht. Und die Wanderung ganz verschieben kommt auch nicht in Frage, denn wenn der Weg ruft, dann muss man ihm folgen.

Aber mir kam eine wunderbare und sehr passende Idee für einen anderen Pilgerweg. Ich möchte noch nicht zuviel verraten, falls ich meine Pläne wieder ändern muss. Ich werde nun also erstmal auf dem Via Regia des Jakobswegs weiterlaufen bis ich zum anderen Pilgerweg komme. Jena war ein schöner Abstecher, aber ich freue mich, endlich wieder raus zu kommen und die Thüringer Landschaft zu genießen.