Ein Rocket Stove ist ein sehr effizienter Holzofen, da er auch die Abgase verbrennt. Für meine Wanderung verwende ich eine einfache, leichte und kostengünstige Upcycling- Variante aus Blechdosen.
Material und Werkzeug:
- 2 Blechdosen, eine mit kleinerem Durchmesser und niedrigerer Höhe als die andere
- Bohrmaschine, Metallbohrer, Metallfeile, Blechschere, Zange
- 3 große Nägel oder ähnliches als Abstandshalter oder man wählt eine Bauvariante mit nach oben gebogenen Zacken, wo der Topf drauf stehen kann

Durch Videos inspiriert (https://www.youtube.com/watch?v=FrYy9-DT6Tk, https://www.youtube.com/watch?v=MNejYy3C2SQ) verwendeten wir für unsere Bauweise zunächst 2 Blechdosen. Wenn man nicht extra Dosenfraß konsumieren will, einfach mal im Bekanntenkreis rumfragen oder, so wie wir, die Dosen im Müll finden. Die Bauweise und das Prinzip sind einfach, aber es ist dennoch eine Fummelarbeit und erfordert gute Planung und Konzentration. Bei der Metallbearbeitung sollte man zudem äußerst vorsichtig sein, die Schnittkanten sind sehr scharf! Schutzhandschuhe verwenden!!!
Man sollte sich gut überlegen, wofür man den Rocket Stove verwenden möchte, um die geeignete Größe zu wählen. Je größer die innere kleinere Dose ist, desto mehr Brennmaterial passt hinein und man muss seltener Holz nachlegen. Der Durchmesser muss zudem zum verwendeten Topf passen. Man sollte bedenken, dass seitlich am Topf Flammen hinaufzüngeln können. Uns war außerdem wichtig, dass der Rocket Stove für die Wanderung nicht zu groß und schwer wird.
Schritt 1 – Löcher in die Dosen bohren
Mit einem Metallbohrer werden unten an den Außenwänden ausreichend Löcher gebohrt. Sie dienen der Luftzufuhr und können gern etwas größer sein. Wobei unten die Seite ist, die ursprünglich oben war, wo die Dose also geöffnet wurde, um den Inhalt zu entnehmen.
In die kleine innere Dose werden am Boden kleine Löcher und an den Wänden unten und oben Löcher gebohrt, die auch etwas größer sein können.


Schritt 2 – Kanten abschleifen
Nach dem Bohren der Löcher bleiben ein paar Splitter an den Löchern. Um eine gute Luftzirkulation zu gewährleisten, säuberten wir die Löcher mit einer Zange. Die Löcher der großen Dose schliffen wir zudem mit einer Metallfeile gut ab, da sie sonst zu Verletzungen führen können. Das Abschleifen kann etwas Zeit in Anspruch nehmen.
Schritt 3 – Kleine Dose in die größere einpassen
Zunächst wird die kleinere Dose auf die größere aufgesetzt, um den Umfang der kleinen Dose auf der großen zu markieren. Am besten bohrt man ein Loch in die Mitte der Kreismarkierung und schneidet dann mit der Blechschere von der Mitte her sternförmig Linien nach außen zum markierten Kreis. Wir schnitten einen Großteil des Kreises aus, kleine Zacken innen an der Markierung bleiben und werden nach unten gebogen. Sie halten die innere Dose fest, wenn man sie anschließend hineindrückt. Besser wäre es jedoch gewesen, ein paar große Zacken zu lassen und sie dann nach oben zu biegen. Auf die Art kann man den Topf dann auf die nach oben gebogenen Zacken stellen.



Schritt 4 – Abstandshalter ergänzen nach ersten Versuchen
Nach ersten Testläufen merkten wir, dass wir den Topf nicht einfach auf den Rocket Stove stellen können. Wir hätten uns denken können, dass dann die Luftzirkulation gestört ist. Nach einigen Überlegungen ergänzen wir drei große Nägel an der Außenwand des Rocket Stoves mit Draht. Der Topf kann nun perfekt auf dem Rocket Stove stehen, ohne das Verbrennen des Holzes zu stören. Beim nächsten Mal würden wir die Bauvariante wählen, wo die nach oben gebogenen Zacken den Topf halten. Hier ist das Abschleifen der Zacken sehr wichtig, um die Verletzungsgefahr zu minimieren.

Schritt 5 – Kochen
Wir haben nun schon 3 Testläufe gehabt und werden sicher im Laufe der Reise noch mehr Erfahrungen sammeln.
Beim Befüllen des Rocket Stoves auf eine Mischung aus dünnen und dicken Hölzern (natürlich trocken, am besten ohne Rinde) achten. Zum Anzünden eignet sich Birkenrinde sehr gut. Im Großen und Ganzen dauert es lange bis man mit unserem kleinen Modell 1 l Wasser zum Kochen bringt. Das liegt auch daran, dass wir oft Holz nachlegen müssen. Am besten legt man sich ausreichend Holz in der richtigen Länge zurecht. Bis jetzt bin ich optimistisch, schließlich geht es mir bei der Reise nicht darum, schnell zu sein. Bin also gespannt auf meditatives kochen und halte euch auf dem Laufenden.
