4. Etappe: Simmertal – Bad Sobernheim 19,4 km

„Kummt die Son‘ rus, scho‘ kumm se ins schwätze.“

Zu Beginn meines heutigen Wandertages lag mein Weg noch im Nebel verborgen. Dieser wurde dann von der Sonne vertrieben und ich hatte eine herrliche Aussicht auf die Weinberge. Bisher kamen mir die Leute sehr distanziert vor. Es werden sich wohl keine interessanten Begegnungen ergeben, wie ich sie mir vom Jakobsweg versprochen hatte. Aber heute waren die Menschen aufgeschlossener. Sie sprachen vom herrlichen Wetter und gaben die Wetterprognose der nächsten Tage gleich noch dazu. In Monzingen machte ich Rast im Bibelgarten, wo ich von leicht süßen Feigen naschen konnte. Bad Sobernheim war meine heutige Endstation. Im Sommer ist hier ein Barfußpfad geöffnet.

Weinberge, teilweise noch mit Trauben

Naturbeobachtungen

Auf meinem Weg sah ich immer wieder Schilder, die vor den allergieauslösenden Eichenprozessionsspinnern (Thaumetopoea processionea) warnten. Ich wollte dann gern wissen, wie diese aussehen, schaute gleichzeitig aber auch nicht genauer hin und lief weiter. Heute war ein solches Warnschild direkt an einem alten Nest der Raupen. „Super positioniert das Schild, endlich sieht man mal direkt wie es aussieht“, dachte ich. Dann vielen mir noch ganz viele weitere der massigen Nester auf und ich erkannte, dass das Schild wahrscheinlich schon länger dort ist und sich die Raupen zufällig dort verpuppt haben. Sah schon ein bisschen gruselig aus aufgrund der Größe und Vielzahl der Nester.

Auch die Pilgerwegmarkierungen waren „eingesponnen“

Laut Umweltbundesamt1 ist diese für Eichen sowie Menschen und andere Tiere gefährliche Schmetterlingsart auch in Berlin und Brandenburg sehr häufig anzutreffen. Ihre Verbreitung werde durch warm-trockenes Klima begünstigt. Die Thaumetoporin enthaltenden Brennhaare der Raupen können starke Haut- und Atemwegsreizungen hervorrufen bis hin zum allergischen Schock. Daher sollte man die Raupen und Nester nicht berühren. Auch alte Nester können noch genügend Brennhaare enthalten. Ich werde nun auch genauer schauen, unter welchen Baum ich mich setze. Bei einem Befall auf Privatgrund sollte ein Fachmann zu Rate gezogen werden.

Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/eichenprozessionsspinner